10. Jubiläum

Die Rede des Vereinsvorsitzenden Maik Gustafson
auf der Festveranstaltung am 15. Mai 2011 und Fotos von Rolf Paarmann)

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen des Vorstandes begrüße ich sie recht herzlich zur Festveranstaltung -10 Jahre Förderverein Dorfkirche Techentin.
Ich freue mich, das Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind, um gemeinsam diese Erfolgsgeschichte zu feiern.

Dank an den Vereinsvorstand.
v.l. Kathrin Frahm, Maik Gustafson und Annette Paarmann

10 Jahre Förderverein Dorfkirche Techentin- wir können Stolz sein auf das Erreichte. Die Zielsetzung unseres Fördervereins war eine grundlegende Sanierung der kleinen Feldsteinkirche. Diese Aufgabe war und ist aber auch besonders lohnende. Unser Dorf hat eine ausnehmend schöne kleine Feldsteinkirche mit Holzturm, dessen Anfänge sicher in das 14. Jh. zurückreichen. Das hohe Alter der Kirche erkennt man an der tiefen Lage in der Erde und am unregelmäßigen Felsenbau. Der Turm bildet keine Einheit mit dem Chor. Ende des 16. Jh. dürfte auch er schon gestanden haben.

Auf einer kleinen Anhöhe gelegen, steht diese Kirche im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Dorf und blickt auf Dorfteich, Gehöfte und Häuser. Im Innern ist sie eine schlichte Schönheit mit schmückenden Malereien an der Orgelempore, welche im Jahr 2008 unter einer dicken braunen Farbschicht entdeckt und von dieser wieder befreit wurden.

Sie war und ist das geistige und kulturelle Zentrum im Ort. In Ihr haben sich in den letzten Jahrhunderten Menschen zusammengefunden um Gottesdienst zu feiern, Kinder zu taufen und zu konfirmieren, Ehen zu schließen, um den Tod eines Angehörigen zu betrauern oder ein Konzert zu erleben.

Und dieses kulturelle Erbe war in Gefahr. Die letzten Instandsetzungsarbeiten lagen etliche Jahrzehnte zurück, und der schleichende Verfall war deutlich sichtbar.

Die meisten von uns kennen noch einen Kirchturm, den mancher besorgt anschaute und dann fragte: Hier muss doch was gemacht werden? Aber wie? Und womit?

Durch die marode Holzschindeldeckung des Turmdaches drang ungehindert Feuchtigkeit ein, Risse in den Wänden deuteten auf ein Auseinanderbrechen des Mauerwerks hin. Der Dachstuhl des Kirchenschiffes musste dringend stabilisiert werden, um einen Zusammenbruch, wie in Barkow geschehen, zu verhindern.

Und dann wurde erzählt, von den Einsätzen an dieser Kirche. Von kleineren Reparaturen, die man aus eigenen Kräften mit zwei oder drei Leuten selbst ausführen konnte.

Von manchem, der sich bemühte, das Umfeld der Kirche so zu gestalten, das diese Kirche Kirche blieb.

Und dann kam die Wende.

Überall wurde gebaut- viele Kirchen erhielten ein neues Gesicht, bei einigen wurde erst einmal die Bausubstanz gesichert, aber in Techentin?

Umso hoffnungsvoller war es es, das sich eine wachsende Anzahl von Techentinern unter Federführung der Familie Köpcke und des damaligen Pastors Jens Krause trafen, um dem schleichenden Verfall unserer Kirche entgegen zu treten. Der Winter 2001, genauer gesagt der 19. Januar, war der richtige Zeitpunkt, einen Förderverein zu gründen. . Die Teilnehmer an der Gründungsveranstaltung die sich am 19. Januar, trafen, möchte ich kurz verlesen.

  • Maximilian vom Bruch

  • Dorothea Drägert

  • Viola Beckendorff

  • Fred Beckendorff

  • Joachim Uecker

  • Werner Westphal

  • Heinz Mende

  • Birger Frahm

  • Katrin Frahm

  • Ilona Peppel

  • Lieselotte Westphal

  • Dorothea Drägert

  • Helene Köpcke

  • Joachim Köpcke

  • Jens Krause

  • Anette Paarmann

  • Rolf Paarmann

  • Stefanie Böhmker
    von der Bauabteilung der KKV sie unterstützte uns sehr bei der Gründung

Und zum Schluss war ich auch mit anwesend.

Mit Unterstützung der Kirchenkreisverwaltung Parchim konnten die Erfahrungen anderer, bereits bestehender Vereine, genutzt und eigene Ideen eingebracht werden. Die Hilfsbereitschaft war sehr euphorisch. Es wurde eine Notsicherung am Dachstuhl durchgeführt, verschiedene kulturelle Veranstaltungen organisiert, erste Kontakte zu Sponsoren geknüpft, ein Schaukasten wurde vor der Kirche aufgestellt und neue Mitglieder geworben. Bereits ein Jahr nach Vereinsgründung verdoppelte sich die Zahl auf 38 Mitglieder.

Wir waren uns also ins Zeug, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

Allein in den ersten sechs Monaten überwies der Förderverein einen Betrag in Höhe von 6.000 DM an die Baukasse der Kirchgemeinde. Durch die Bereitschaft der Einwohner und vieler Sympathisanten, sich für den Erhalt des ältesten Bauwerks im Dorf einzusetzen, wurden finanzielle Mittel eingeworben von folgenden Stiftungen ,Institutionen und Einrichtungen denen ich noch mal ausdrücklich Danke sagen möchte:

  • Aktion Mensch

  • Zillmerstiftung

  • Jurahausverein

  • Stiftung zur Bewahrung Kirchlicher Baudenkmäler

  • Marlis Kressner Stiftung

  • Stiftung Mitarbeit

  • Landeskirche Mecklenburg

  • Verein Dorfkirchen in Not

  • Deutsche Stiftung Denkmalschutz

  • Sparkasse Parchim-Lübz

und der Bund wurden mit ins Boot geholt. (Die Reihenfolge ist keine Wertung!)

Die Bauarbeiten wurden in 4 Bauabschnitten realisiert und begannen am 27. September 2003 mit der Sanierung des Kirchturms.

Im 2. und 3. Bauabschnitt ging es um die Sanierung des Kirchenschiffdachstuhles mit einer neuen Dacheindeckung sowie des Außenmauerwerks. Hierbei wurden bei der Freilegung der Deckenbalken die Reste einer alten Bemalung entdeckt und konserviert.

Der 4. Bauabschnitt begann mit einem Schock. Nach den erfolgreichen Arbeiten an der Außenhaut der Kirche wurde Hausschwamm an der Südseite der Orgelempore entdeckt. Es wurde Boden ausgetauscht, der Holzfußboden unter den Bänken musste erneuert werden. Der Ofen und die Orgel wurden instandgesetzt.

Zum Schluss bekam der Innenraum noch einen neuen Anstrich. Das bereits zwei Jahre nach der Vereinsgründung die Turmsanierung und im April 2008 also nach 7 Jahren der Abschluss der soliden, von fachlich erstklassigen Handwerksbetrieben durchgeführten Arbeiten gefeiert werden konnte, hätte am Anfang niemand zu glauben gewagt. Hervorzuheben ist das Engagement der vielen privaten Spender. Erwähnen möchte ich hier stellvertretend einige Spendenaktionen wie z.B. die Festveranstaltungen 10 Jahre Frahm/Westphal GbR und 10 Jahre Autowerkstatt Paarmann aus Techentin, die kirchliche Trauung der Familie vom Bruch, die Benefizkonzerte der Familie Wendorf oder die Benefizkonzertreihe des Jurahausvereins aus Eichstätt in Bayern. Vielen Dank dafür.

Maximilian vom Bruch (r.) schenkt der Kirche Techentin eine historische zweibändige Bibel

Wo erst einmal Laub liegt – wehen neue Blätter hinzu. Der finanzielle Rahmen für die Restaurierungsarbeiten belief sich auf insgesamt 450.000 €. Auch nach dem Ende der Sanierungsarbeiten sind wir gewillt, den Förderverein zu erhalten. An Vorhaben mangelt es uns nicht. Zum Einen feiern wir alle zwei Jahre unser Kirchturmfest, und zum Anderen sind wir mit der Innengestaltung noch längst nicht fertig. Im Rahmen kleinerer Projekte, z.B. in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch oder der Stiftung Mitarbeit wird die Ausgestaltung im Kirchenraum noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Ein weiteres großes Vorhaben ist die Anschaffung einer zweiten Glocke, um das Geläut zu vervollständigen. Während des zweiten Weltkrieges wurde eine Glocke eingeschmolzen. Bevor ich zum Ende meiner kurzen Rede komme, möchte ich nicht unerwähnt lassen das sich der Förderverein in den letzten Jahren vermehrt auch in Projekten engagiert, die Jugendlichen und älteren Einwohnern ein Leben in dörflicher Atmosphäre lebenswerter macht.

Im Rückblick ist die Gründung des Fördervereins als Team bildende Maßnahme unseres Dorfes zu betrachten, die erheblichen Einfluss auf die Gestaltung kultureller und baulicher Maßnahmen in Techentin in den letzten zehn Jahren hatte.

Vielen Dank!

M.Gustafson

Vorsitzender Förderverein Dorfkirche Techentin e.V.

Bei der anschließenden Kaffeetafel gab es viele Gespräche

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